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Berlin: Neuer Miet-Report vorgelegt
In Berlin werden Miet-Wohnungen allmählich knapp. Darauf hat der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen hingewiesen. Er fordert deshalb vom Senat, den Bau neuer Wohnungen zu ermöglichen.
Es ist ein Trend – und der sorgt für lange Gesichter bei den Umzugsunternehmen. Die Berliner werden nämlich immer sesshafter. Umzugskartons werden nur noch gepackt, wenn Mieter etwas Preiswerteres erspähen – was immer seltener passiert. Wohnungen werden teurer und knapper, insbesondere in den Innenstadtbezirken von Berlin. Der Verband der Berlin Brandenburgischen Wohnungsunternehmen fordert daher: Berlin braucht dringend neue Wohnungen und genauso schnell ein Gesamtkonzept. Nach Angaben des Verbandes standen von seinen 700.000 Berliner Wohnungen im vergangenen Jahr nur noch rund 20.000 leer. Die größte Wohnungsnachfrage hat es dabei in der Innenstadt, Spandau und im Wedding gegeben. Der Verband befürchtet, dass es perspektivisch in Berlin immer schwieriger werden wird, leerstehende Wohnungen zu finden. Dabei werden bis 2020 rund 130.000 neue Haushalte dazukommen.
Wer in der Stadt eine Wohnung sucht muss schmerzlich erfahren, daß es kaum noch Leerstand gibt. Die meisten Wohnungen sind vermietet. In 10 Jahresvergleich sank der Leerstand laut Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen, die 40% des Berliner Mietwohnbestandes vertreten, um die Hälfte auf 3%.
Besonders wenige freie Wohnungen gibt es im Innenstadtbereich, vor allem in Tiergarten (1,3%), Wilmersdorf (1,3%) und Charlottenburg (1,5%). Auch in vielen anderen Bezirken stehen weniger Wohnungen leer als früher. Nur in Bezirken wie Mitte (2,3%) und Prenzlauer Berg (1,6%) ist der Leerstand leicht gestiegen, weil hier gerade viele Wohnungen modernisiert werden. Auch in Lichtenberg (2,1%) und Marzahn (4,9%) ist er aber deutlich zurückgegangen. Für den Moment ein scheinbar ausgeglichenes Bild von Angebot und Nachfrage.
„Wir werden mittel- und langfristig in ein Angebotsproblem hineinwachsen. Wir brauchen bis zum Jahre 2020 mindestens 60.000 neue Wohnungen und die müssen erst einmal gebaut werden. Von diesen 60.000 Wohnungen müssen ausreichend Wohnungen für einkommensschwache Haushalte zur Verfügung gestellt werden können.“, so Maren Kern vom Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen.
Folge des schrumpfenden Leerstands sind Mietpreissteigerungen, die die soziale Struktur der Berliner Kieze mehr und mehr zerstört und die Gentrifizierung vorantreibt. Das sagt auch Rainer Wild vom Berliner Mieterverein: „ Wohnungssuchende müssen sich bereits heute wieder in lange Schlangen zur Wohnungsbewerbung einreihen. Sie müssen bei einem neuen Vertragsabschluss häufig mehr als 20-30% höhere Mieten zahlen. Das heißt, es wird eine wahre Mieterhöhungswelle bei Neuverträgen auf uns zukommen. Das ist ein ganz wesentliches Problem, unter dem leiden natürlich die Haushalte mit niedrigem Einkommen.“
Um preiswerte Wohnungen anbieten zu können, fordert der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen vom Senat Rahmenbedingungen für mehr Neubau zu schaffen – zum Beispiel durch billige Darlehen oder günstige Flächenpreise für kleine Wohnungsunternehmen. Der Senat sieht aber keine Notwendigkeit für neue Förderprogramme. Fast 100.000 Wohnungen stünden immer noch leer.
„Wir beobachten das und werden sicher auch hier zu gegebener Zeit reagieren. Der regierende Bürgermeister Klaus Wowereit hat geäußert, dass es Möglichkeiten gibt, leerstehende Grundstücke den öffentlichen Wohnungsbaugesellschaften zur Verfügung zu stellen. Diese prüfen dann, ob hier ein Neubau stattfinden kann.“, so Hella Dunger-Löper (SPD), Staatssekretärin für Stadtentwicklung.
Fakt ist, Menschen mit geringem Einkommen werden durch die Wohnungsknappheit in die Randbezirke gedrängt. Weit weg vom Stadtzentrum.
Quelle: Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen
Autor: M. Gold
Bild: n24.de
Tags: Miete, Mietpreis, Berlin, Mietsteigerung, Gentrifizierung, Verdrängung, Innenstadtbereich, Immobilien, Wohnung, Haus
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